Der vierte Lauf zum international renommierten Swiss-Cup in Gränichen bei Aarau
war auch das Heimrennen für Kathrin Stirnemann, die dort wohnt und sich deshalb
besonders viel vorgenommen hat. Doch die jüngste Fahrerin des Sabine Spitz Haibike
Pro Teams hatte Pech. Nach perfektem Beginn in der Spitzengruppe wurde sie durch
plötzlich auftretende Schaltprobleme zurückgeworfen, die sie gar zu einem
Boxenstopp zwangen und so für sie nur Rang 12 möglich machten. „Das ist natürlich
extrem schade, dass ich ausgerechnet heute mit den vielen Fans an der Strecke
technische Probleme hatte. Aber zumindest habe ich ein gutes Feedback bekommen
was die Form angeht" meinte Kathrin enttäuscht im Ziel. Schwierigkeiten andere Art
hatte Olympiasiegerin Sabine Spitz zu Beginn des Rennens. Sie konnte in der
Startphase das Tempo nicht mitgehen und kam lediglich als 13. aus der ersten
Runde, wobei sie da schon wieder fünf Plätze gut gemacht hatte. Danach zündete sie
aber den Turbo und fuhr auf Rang 4 nach vorne. „Ich fühlte mich sehr müde und
meine Beine waren am Anfang extrem schwer. Die Reiserei und PR-Termine waren
wohl doch zuviel. Ab dem zweiten Renndrittel hatte ich aber ein guten Rhythmus
gefunden" analysierte Sabine Spitz ihr Rennen. Tereza Hurikova musste auf den Start
in Gränichen verzichten, da sie sich beim EM-Rennen in Moskau eine Erkältung
zugezogen hatte.
Die Bedingungen in Gränichen waren perfekt: Sonne, 30 Grad und eine tolle Strecke, bei der
nicht nur die vielen tausend Zuschauern ihren Spaß hatten, sondern auch die insgesamt 700
Teilnehmer. Das alles ist kein Zufall, denn mitverantwortlich für das Mountainbike Spektakel bei
Aarau war auch Kathrins Vater Beat Stirnemann, der auch seines Zeichens Schweizer
Nationaltrainer ist. So war die Mischung aus Vorfreude, Erwartung und Anspannung groß beim
„Teamkücken" Kathrin Stirnemann, die natürlich wusste, dass alle ihre Fans an der Strecke
standen und sie tatkräftig unterstützen würden. Gleich nach dem Start zeigte sie auch, dass sie
sich viel vorgenommen hatte. Das hellblaue Teamtrikot strahlte in der siebenköpfigen
Spitzengruppe in der - außer Sabine - auch alle Favoritinnen versammelt waren. Dass sie das
Tempo der Schnellsten nicht allzu lange wird mitgehen können war klar, auch wenn man sah,
dass niemand schneller als Kathrin die vielen technisch anspruchsvollen Passagen meistern
konnte. Ein Platz unter den besten 8 war aber realistisch und auch die Zielsetzung in diesem
international hochkarätig besetzen Feld. Nach drei der sechs zu absolvierenden Runden bekam
Kathrin jedoch plötzlich Schaltprobleme. Dies zwangen sie sogar zu einem Stopp in der
Technikzone, nachdem sie selbst vergeblich versucht hatte das Problem in den Griff zu
bekommen. Bis auf Rang 18 zurückgefallen, ging es dann in den letzen beiden Runden wieder
und sie fuhr mit viert- und fünftschnellsten Rundenzeiten noch auf Rang 12 nach vorne.
Sabine Spitz hatte in den Tagen nach Moskau ein straffes Programm. Auftritte bei der InterSolar
in München und ein Foto-Shooting für die Sportbild bedeutenden nach dem anstrengenden und
erfolgreichen EM-Trip nach Moskau viele Reisetage und wenig Erholung. Das spürte die
Olympiasiegerin vor allem in der Startphase. „Die Beine waren komplett zu" schilderte sie die
Situation und erklärte, dass sie nach den ersten 2 Kilometern gerade mal auf Rang 18 lag. Doch
mit zunehmender Renndauer fand sie immer besser ihren Rhythmus und es ging in großen
Schritten nach vorne, wobei zur Rennhälfte sogar eine schnellste Rundenzeit für sie notiert
wurde. In der letzen Runde war sie dann auf Rang drei angekommen. Im Duell mit der Schwedin
Alexandra Engen fehlte ihr dann allerdings die Spritzigkeit, so dass sie die Attacke der
Schwedischen Meisterin nicht mehr parieren konnte. Trotzdem zeigte sich Sabine sehr zufrieden
mit ihrem Auftritt „Das war in sehr gutes Training heute. Zum einen für die Fahrtechnik, aber
auch für den Kopf. Mit den Problemen am Anfang noch so gut ins Rennen finden zu können, gibt
ein gutes Gefühl" sagte Sabine Spitz im Ziel. Für sie startet jetzt auch die unmittelbare Olympia-
Vorbereitung. Deshalb wird sie auch die Weltcups in Übersee nicht bestreiten, die an den
nächsten beiden Wochenenden in Kanada und USA stattfinden. Der nächste Renneinsatz wird
dann ihr Heimrennen sein: Die Deutschen Mountainbike-Meisterschaften in Bad Säckingen am
08. Juli.
Weitere Informationen rund um das Sabine Spitz Haibike Pro Team: www.sabinespitzhaibikeproteam.de